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Raus aus Berlin …

Ziege im Wind

… und rein ins Brandenburgische: Wen es zwischendurch mal danach gelüstet, ein bisschen Landluft zu schnuppern, dem sei die kleine Ziegenkäserei “Karolinenhof” in der Nähe von Kremmen empfohlen.

Knopf im Ohr mal anders: Ziege hat Hunger – hatte nämlich gerade ein Zicklein geworfen …

Hier kann man mit Kind & Kegel einen wunderbaren Nachmittag (oder auch Vormittag) verbringen, etwas über die Ziegenkäseproduktion (alles bio!) erfahren, Ziegen füttern, auf der Wiese in der Sonne sitzen, Leckereien aus Ziegenkäse und sogar Kaffee mit Ziegenmilch (schmeckt!) genießen!

Der Karolinenhof im Sonnenschein …

Dazu Pferde streicheln und füttern, auf dem Trampolin hopsen und den Kindern beim Buddeln oder Rumgurken auf reparaturbedürftigen Rutschautos zuschauen. Geöffnet am Wochenende von 9.00 – 19.00 Uhr, ca. 45 min. von Berlin-Mitte entfernt – einziger Wermutstropfen: Nur mit dem Auto zu erreichen. Anfahrtsskizze/Beschreibung hier.

In diesem Sommer empfiehlt sich durchaus die Mitnahme von Regenzeug und evtl. Schneeketten.

… und zwei Stunden später nach dem Angriff 20-Cent-großer Hagel"körner" (Mai 2010)

*NB

Baubotanik III & Lebende Möbel

© Peter Cook, http://www.pooktre.com/

© Peter Cook (Pooktre)

Im März hatte ich über eine Form der nachhaltigen Architektur, die Baubotanik, berichtet. Im seiner letzten Ausgabe stellte der Spiegel (Nr. 29/2009, S.114) das Team der “Entwicklungsgesellschaft für Baubotanik” vor – drei Doktoranden am Fachbereich “Grundlagen moderner Architektur und Entwerfen” der Universität Stuttgart. Sie nutzen den lebendigen Baum als Baumaterial – einerseits hinsichtlich seines Wachstums – die Architekten beginnen den Bau, der Baum macht weiter – andererseits hinsichtlich seiner Tragfähigkeit – alle Kräfte von oben nach unten gehen durch das Holz. Ihr neuestes Projekt in Stuttgart: ein “Grünes Zimmer” – ein etwa 120 qm großer Pavillon für Ausstellungen und Konzerte.

Inspiriert wurden die Baubotanik von einer Kunstrichtung namens “Arborsculpture”, die versucht, Bäume durch Beschnitt und Aufpfropfen zu lebenden Skulpturen zu formen. In diesem Kontext ist auch das Projekt “Pooktre Tree Chair” zu sehen.

Während bei der Baubotanik und den hier vorgestellten Architekturprojekten auch “nicht wachsende” Materialien wie z.B. Stahl oder Stoff zum Einsatz kommen, besteht der “Pooktre Tree Chair” am Ende wirklich ausschließlich aus einem lebendigen Baum – eine Art Möbel herzustellen, die man durchaus als “Slow Furniture” bezeichnen könnte. Der Baum wurde 1998 gepflanzt.

© Jody Boyman

© Jody Boyman

Weitere skurrile Bilder von Bäumen, die unterschiedlichste Formen annehmen und sich diverse Gegenstände einverleiben, gibt es hier.

*NB

2009 ist das Jahr des Gorillas …

Die UN-Konvention zum Schutz wandernder Tierarten (CMS oder Bonner Konvention) hat auf ihrer 9. Konferenz in Rom das Jahr 2009 zum Jahr des Gorillas ernannt und eine weltweite Kampagne zum Schutz der vom Aussterben bedrohten Menschenaffen gestartet.
Gorilla_Rabattzkarte2Den Verlust einer Art des Gorillas müssen wir leider heute schon bekannt geben: am 30. Juni hat mein Lieblings-Gorilla-Natürlich-Fast-Food in der Friedrichstraße seine Pforten geschlossen – endgültig. Im Lieferwagen wurden noch die letzten Pfandflaschen und mobilen Güter verstaut, dann war der Laden dicht. Und ich stand davor – wie vor den Kopf geschlagen. Zu Hause fiel mir dann noch meine Rabattzkarte in die Hände – zu spät, um sie voll zu machen …

Es mag ganz viele unterschiedliche Gründe für die Insolvenz geben – einige sind auf dem Blog Gorillaretten schon diskutiert worden. Trotz allem war Gorilla Natürlich FastFood eine echte ökologische und vor allen Dingen leckere Alternative im Dschungel der Großstadt. Und ein Stück Pioniergeschichte, die hoffentlich noch nicht zu Ende geschrieben ist.

Wir mittrauern will – den Abschiedsbrief gibt es bei Gorillaretten.

P.S. In der Friedrichstraße 103 gibt es seit dem 19.06. ein neues Bio-Restaurant: Supergood. Da es von einem Millionär eröffnet wurde, ist ihm vielleicht ausreichend Kapital für den längerer Atem gegönnt …

*NB

Gorilla retten!

gorillalogoOh nein! Gerade erreichte uns über eco[fashion]junkies die Meldung, dass Gorilla Natürlich Fastfood dringend neue Investoren sucht, um überleben zu können!

Matthias Rischau, Geschäftsführer des BioVeggieFastfood-Angebots Gorilla muss jetzt kämpfen. Sein Investor möchte nicht mehr weiter zuschiessen, denn noch ist Gorilla nicht profitabel. Was dies in Zeiten wie diesen bedeutet, ist klar. Drohende Zahlungsunfähigkeit, dann Gläubigerschutz beantragen, der ganze geordnete Prozess einer Insolvenz. Will die Idee überleben, braucht Matthias schnellstmöglich neue Partner. Im Klartext: bis Ende Juni.

wochenkarteLeider sind wir nicht die Investoren, die gesucht werden, aber auch wir können etwas tun! Zeigen, dass dieses Konzept, schnelles Essen in ökologischer Qualität zu bieten, unsere Zustimmung findet – und statt Dönermann-oder-Thai-um-die-Ecke sich einen feinen Salat oder die häufig angebotenen Nudelpfannen (die kleine Portion für 4,90 Euro reicht meistens dicke) einverleiben. Und das möglichst oft und viel in den nächsten Wochen, um den Umsatz zu erhöhen und damit auch die Suche nach Investoren zu erleichtern. Auch unser Geldbeutel ist begrenzt – keine Frage – aber Berlin wäre um vieles ärmer, sollte dieses 100% Bio-lokal-saisonal-schnell-Essen-Konzept scheitern. Hier schonmal die Wochenkarte zum Mund-wässrig-machen.

Mehr Informationen gibt es unter Gorilla retten.

via eco[fashion]junkies

*NB

Green Porno

Isabella Rossellini zeigt die 2. Staffel ihrer Serie “Green Porno” auf dem sundance Channel. In der ersten Staffel enthüllte das italienische Ex-Model die Geheimnisse des illustren Liebeslebens lasziver Insekten. Diesmal verschafft sie der Welt einen Einblick in facettenreiche Reproduktionsmethoden und Paarungsgewohnheiten der unterschiedlichsten Meeresbewohner. Großartig – vom Bühnenbild über Kostüm bis zum Konzept.

*SR

“Ready Made Architecture” in der Galerie Aedes am 14.05.09

Aedes_Architekturforum_6

Zum 6. Mal lädt die Galerie Aedes am kommenden Donnerstag, den 14.05.2009, zum Laborgespräch in der Reihe “Architektur ist die Botschaft” ein. Thema dieses Abends (Beginn um 19.00 Uhr) ist “Ready Made Architecture”:

In Architektur und Design hat eine nachhaltige Revolution bereits begonnen: Konzepte von Bauen mit Recyclingmaterialien sind allgemein anerkannt.
Wendet man das Ready-Made-Prinzip aus der Kunst auf Architektur an, so stellt sich die Frage, wie eine „Ready-Made-Architektur“ besser von der Qualität und dem potentiellen Mehrwert, die gebrauchten Produkten und Materialien inhärent sind, profitieren kann? Wie können Recycling und Wiederverwertung zukünftig in Architektur, zeitgenössischem Design und Stadtplanung einbezogen werden? Wie sieht eine neue Architektur, die Materialproduktion und Transportwege (ab)kürzt, aus?

Teilnehmer des Laborgesprächs sind diesmal Jan Jongert von 2012 Architects, Rotterdam, Rinus van den Berg, DSM Material Science Centre, Maastricht, Martin Kaltwasser, Köbberling & Kaltwasser, Berlin sowie Kai Dolata, urbikon.com, Berlin/Leipzig.

Anmelden kann man sich hier, der Eintritt ist frei.

Seit 2008 beleuchten die Laborgespräche anhand provokativer Zukunftsszenarien Wechselwirkungen zwischen Architektur, urbaner Kultur und Gesellschaft – und zeigen u.a. auf, welchen Beitrag Architektur zu einer nachhaltige(re)n Entwicklung leisten kann.

*NB

Baubotanik II: Der Weidenpavillon

Weidenpavillon bei Nacht © weidenprinz.de

Weidenpavillon bei Nacht © weidenprinz.de

Wer nicht gerade in Wald-Ruhestetten beheimatet ist und lieber sein eigenes baubotanisches Projekt realisieren will, dem sei der Weidenpavillon von Weidenprinz ans Herz gelegt:
“Mit dem Weidenpavillon erwerben Sie ein Produkt, das teilweise aus lebenden Pflanzen besteht. Damit Sie möglichst viel Freude an Ihrem Pavillon haben werden, bemühen wir uns ständig, den Anwuchserfolg und die langfristige Vitalität der Pflanze zu verbessern. Ein wichtiger Faktor dabei ist die Einhaltung der richtigen Pflanzzeit. Deshalb liefern wir normalerweise nur in den Monaten Oktober, November, Februar, März und April.
Innerhalb dieser Zeiträume beträgt die Lieferzeit drei Wochen ab Bestellung. Der Lieferumfang beinhaltet die Weiden, die Edelstahlteile, das Membrandach, Aufstellhilfen und alles notwendige Zubehör. Eine ausführliche Bauanleitung bekommen Sie gleich nach Bestellung zugesandt, damit Sie den Bau vorbereiten können.”

* NB

Baubotanik

© Baubotanik

Steg bei der Eröffnung am 08.05.05

Eine lebendige Form nachhaltiger Architektur, die Natur und technische Materialien kombiniert, ist das Projekt “Steg” von der “Entwicklungsgesellschaft für Baubotanik”. Der Entwurf kombiniert eine Stützenstruktur aus schnellwachsenden Weiden, die eine begehbare Fläche aus Stahlgitterrosten trägt. Vor vier Jahren wurden die Weiden gepflanzt, die zeitliche Entwicklung des Projektes kann man sich auf der Homepage noch genauer anschauen. Live zu erleben in “Neue Kunst am Ried”, Wald-Ruhestetten.

Fotos: © Entwicklungsgesellschaft für Baubotanik

* NB

Lecker “Seed Bombs” zum Frühlingsanfang

seedbombAm Samstag ist Frühlingsanfang!!! Und ein passendes Geschenk zu diesem hoffnungsreichen Tage wäre ein Schächtelchen “Seed Bombs” oder? Dabei handelt es sich um kleine pralinenartige Kugeln, die aus Saatgut, Erde und Tonpulver bestehen und per Wurfsendung in jeder beliebigen Brachlandschaft platziert werden können. Ohne einpflanzen oder eingraben, sind sie einfach, schnell und kostengünstig herzustellen und zu bedienen.

Hierfür nun erstmal die -> bebilderte Anleitung für die kleinen feinen “Seed Bombs” und ergänzend dazu die bombensichere Schritt-für-Schritt-Anleitung:

WELCHE ZUTATEN UND HILFSMITTEL WERDEN GEBRAUCHT?

  • Saatgut* (z.B. Schmetterlingsanlockwiese, Kräuter, Gemüse)
  • gute Erde (Blumenerde) – getrocknet und gesiebt
  • Rotes oder braunes Tonpulver – getrocknet und gesiebt; im Handel** bezeichnet als Tonmehl/Lehmmehl/ Lehmpulver (nicht zu verwechseln mit normalem feuchten Ton); möglichst kein graues oder weißes Tonpulver verwenden
  • Etwas Wasser
  • Ein Behälter oder eine Unterlage zum Mischen der Zutaten

Der Erde-Ton-Mix schützt die Samen vor Austrocknung durch Sonneneinstrahlung, Tierfraß (Vögel, Nagetiere) oder vor Verwehung/Auswaschung durch Wind/Regen.

Tipps:

* Bitte sicherstellen, dass es sich bei den ausgewählten Samen um heimische Arten handelt. Unbedingt auch darauf achten, dass es ungiftige Pflanzen sind, wegen der Kinder.
** natürliches Tonpulver ist sehr günstig im (Natur-) Baustoffhandel erhältlich. Heilerde funktioniert auch, ist aber teuer.

WIE WERDEN “SEED BOMBS” GEMACHT?

Mengenanteil: 1 Teil Samen – 3 bis 5 Teile Erde – 3 bis 5 Teile Tonpulver
Diese Zutaten sollten trocken und gesiebt sein, es erleichtert die Herstellung ungemein. Weiterlesen

Guerilla Gardening

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Bildquelle: piratesparty

Als Guerilla Gardening wurde ursprünglich die heimliche Aussaat von Pflanzen im öffentlichen Raum bezeichnet, vorrangig in Großstädten oder auf öffentlichen Grünflächen.

Somit eine Form der kreativen Rückeroberung des öffentlichen Raums durch das Individuum und damit passend zu unserer Reihe “Urbane Umweltgestaltung / Green Graffiti”.

Guerilla Gardening / Gartenarbeit 2.0

Sich urbanen Lebensraum über wildes Gärtnern emotional zurückzuerobern, hat insbesondere in London Konjunktur. Hier hat Guerilla Gardening als Protestform auch seine Anfänge. Denn am 1. Mai 2000 versammelten sich Globalisierungsgegner, Umweltaktivisten und Anarchisten auf dem Londoner Parliament Square, um den Platz eigenhändig und ohne Erlaubnis im wahrsten Sinne des Wortes umzugraben und zu begrünen. Aus einigen politisch motivierten Globalisierungsgegnern, die Golfplätze mit Dornenhecken oder Disteln verunstalteten, sind so Guerilla-Gärtner geworden: Mit grünem Vandalismus setzen sie sich aber nicht weniger leidenschaftlich für einen schöneren Lebensraum vor der eigenen Haustüre ein. „Think local“ ist die Devise. Weiterlesen