Die „Magazine Wall“ von Elding Oscarson besteht aus tausenden von Magazinen und ist für die Büroräumlichkeiten einer Grafik-Agentur erdacht, um deren Tätigkeitsfeld ins Interieur mit einzubeziehen. via laissezfaire
Das passt ganz gut zu unserer Neu-Nutzung für unsere „brand eins“-Sammlung.
Die kann man doch nich einfach wegschmeissen – aber drauf sitzen und dazu Käffchen trinken, kann man durchaus jetzt auf unserem „brand eins“-Hocker. Komm se rum, könn se ankieken.
Der 2. Abend unserer Reihe „Design hat {soziale} Verantwortung“ war ein voller Erfolg! Redner & Publikum haben sich gleichermaßen amüsiert, Informationen aufgesaugt und nachhaltig genetzwerkt – vielleicht sogar „geclustert“?
Herzlichen Dank nochmal an Otto für seinen informativen Vortrag, Mareike für die Vorstellung ihres direkt recycelten Geschenkpapiers „feinseiter“ und natürlich Regine – die Tresenfee – für den gelungenen Abend! Nicht zu vergessen Lindenhof, ohne den das Ganze etwas trockener ausgefallen wäre …
Mareike Hadeler stellt ihr Geschenkpapier feinseiter vor
Nicole & Sylke berichten über S.W.W.S.W. Foto: Jee-Un Kim
Interessierte Zuhörer ... Foto: Jee-Un Kim
... und leere Gläser
Und nicht verzagen, wer´s dieses Mal nicht geschafft hat: Der nächste Termin steht – am 11. Juni 2010 gibt es die dritte Veranstaltung zum Themenkomplex „Nachhaltig global gestalten“. Genaueres demnächst hier.
Mit der Einführung des Mobiltelefons begann der schleichende Tod der öffentlichen Telefonzellen. Wohin nun mit den unhandlichen Dingern? Die beiden Künstler Benoit Deseille und Benedetto Bufalino hatten da eine gute Idee. Sie verwandelten die alte Zelle in ein schickes Aquarium und hauchten ihr so wieder neues Leben – in Form von bunten Fischen.
Greetje van Tiem, Absolventin der „Design Akademie Eindhoven – Abteilung Mensch und Freizeit“, präsentierte 2007 ihre Abschlussarbeit „indruk“, das alte Zeitungen in Garn umwandelt, woraus wiederum Teppiche, Vorhänge und Polster gewebt werden können.
Dazu van Tiem (frei übersetzt ins Deutsche):
„Die heutige Nachricht ist Textil von morgen. Die Titelseite einer Zeitung liefert nicht weniger als zwanzig Meter Garn, die es ermöglichen, Schnee von gestern in greifbare Erinnerungen umzuwandeln, die in alle Arten von Polster umgewandelt werden können.
Wenn man genau hinsieht, kann man einzelne Buchstaben erkennen, einen Teil des Datums und Farben erscheinen aus einem Foto. Man ist nicht mehr in der Lage, die Zeitung zu lesen, aber die Erinnerung wird wach gehalten.“
Ein prächtiges Beispiel für sinnvolles Recycling von Tageszeitungen. Über die Langlebigkeit, Witterungsbeständigkeit und Pflege der Teppiche und Vorhänge habe ich leider keine näheren Infos.
„Packaging Lights“ ist eine Arbeit der niederländischen Designerin Anke Weiss und visualisiert die Transformation eines Massenproduktes in ein einzigartiges Stück Design. Gebrauchte Verpackungskartons von Getränken, Lebensmitteln und Waschmitteln werden dabei recycelt mittels kleiner Einstiche und einer „inneren Erleuchtung“. So überlebt die Verpackung den Zeitpunkt des Wegwurfs und wird selbst zum Produkt – beinahe poetisch und visuell eine stimmungsvolle Nachbereitung zu Weihnachten und Silvester.
Diese neue Bushaltestelle war einmal ein Schulbus. Keine Zauberei, sondern das Werk zweier Künstler aus Atlanta – Christopher Fennell & Doug Makemson. Die Busse stammen aus den Jahren ’62, ’72 and ’77. Und die Sitze sind aus ausgemusterten Stadtbussen entnommen. Großartige Sache.
Aus aktuellem Anlass (die Zittyberichtete darüber) soll hier noch kurz ein Produkt von uns vorgestellt werden, das Ihr natürlich bei S.W.W.S.W. erwerben könnt: Unsere gepunkteten Notizhefte.
Mittels kleiner Veränderungen in der Gestaltung haben wir Druckfarbe und Material gespart: durchgezogene Linien wurden durch wunderschöne grüne Punkte ersetzt. Die 20 Innenseiten sind aus Recyclingpapier (Resa Offset 100g, mit dem Blauen Engel ausgezeichnet), das angefallene Andruckpapier (diesmal haben wir im Offset mit mineralölfreien Farben gedruckt) wird für kleinere Notizzettelblöcke weiterverwendet.
Der Umschlag ist aus FSC-zertifiziertem Savanna Holzstrukturkarton von Gmund, einem Traditionsunternehmen, das 70% der benötigten Energie durch Wasserkraft und Kraft-Wärme-Kopplung selbst erzeugt (s. auch Go green or die!). Die bayerische Büttenfabrik ist auch bei innovativen Recyclingpapieren (z.B. beim Bierpapier Verwendung von festen Resten aus der Maische nach der Bierherstellung, recycelten Bieretiketten und -deckeln etc) immer vorneweg (was allerdings auch seinen Preis hat…)
Gebunden wurden die Hefte in liebevoller Handarbeit im Kaspar Hauser Therapeutikum – die Fäden wurden eigens mit Lebensmittelfarben eingefärbt (somit ist jedes Heft ein Einzelstück) und mit Bienenwachs behandelt, so dass die ganze Werkstatt bei der Abholung der Hefte ungewohnt nach Honig duftete.
Als Variation gibt es auch noch Blanko-Hefte mit grauen Zwischenlegern und „Wendehefte“ – von der einen Seite gepunktet für geistige Großtaten, von der anderen Seite blanko für bildhafte Einfälle!
Leider hat diese Serie etwas unter unseren Eröffnungsvorbereitungen gelitten, aber nu geht´s wieder frisch weiter mit Informationen, wie man Druckerzeugnisse nachhaltiger gestalten kann. Und zwar gleich mit einem Anwendungsbeispiel.
Auch wir haben für unsere Eröffnung Flyer gestaltet und sie nicht nur gemailt, sondern auch gedruckt. Und zwar digital. Ist das denn ökologisch? Jein. In unserem Fall: ja. In anderen Fällen möglicherweise: nein.
Warum „jein“?
1. Wir haben eine kleine Auflage drucken lassen (ca 750 St.), und Offsetdruck „lohnt“ sich erst bei größeren Mengen – in dem Fall ab einer Auflage von ca 500 Bogen (in DIN A 3 entsprechen 500 Bogen 4.000 Flyern in A6 – also viel mehr als wir brauchten).
Hierbei zählt nicht nur der wirtschaftliche Aspekt, sondern vor allen Dingen der Papierverbrauch: Bei Offsetmaschinen müssen für den jeweiligen Auftrag die Farben eingestellt und an das jeweilig verwendete Papier angepasst werden, und dafür werden Andruckbögen gebraucht – und verbraucht. Die wandern dann zwar meistens wieder in den Recyclingkreislauf, aber sie sind erstmal „Müll“. Das ist nicht sinnvoll – bei einer kleinen Auflage würde es darauf hinauslaufen, dass man mehr Papier-Müll produziert als im Endeffekt für das Endprodukt gebraucht wird.
2. Wir haben für unsere Flyer mit der Druckerei Humburg in Berlin-Pankow zusammen gearbeitet, die uns freundlicherweise die Flyer gesponsert hat. Es wurden verschiedene Restpapiere aus anderen Aufträgen verwendet – zumeist Recyclingpapiere, aber auch ein paar FSC-zertifizierte Papiere. Also Papier, das ansonsten nicht weiter genutzt worden wäre.
Beim Digitaldruck stellten die unterschiedlichen Papiere kein Problem dar – genauso wenig wie die Entscheidung, unsere Flyer in unterschiedlichen Farben zu produzieren. Dies hätte im Offsetdruck jeweils Anpassungen der Maschine und somit weitere Andruckbögen (= Makulaturpapier) bedeutet. (weiterlesen…)