Guerilla Gardening

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Bildquelle: piratesparty

Als Guerilla Gardening wurde ursprünglich die heimliche Aussaat von Pflanzen im öffentlichen Raum bezeichnet, vorrangig in Großstädten oder auf öffentlichen Grünflächen.

Somit eine Form der kreativen Rückeroberung des öffentlichen Raums durch das Individuum und damit passend zu unserer Reihe “Urbane Umweltgestaltung / Green Graffiti”.

Guerilla Gardening / Gartenarbeit 2.0

Sich urbanen Lebensraum über wildes Gärtnern emotional zurückzuerobern, hat insbesondere in London Konjunktur. Hier hat Guerilla Gardening als Protestform auch seine Anfänge. Denn am 1. Mai 2000 versammelten sich Globalisierungsgegner, Umweltaktivisten und Anarchisten auf dem Londoner Parliament Square, um den Platz eigenhändig und ohne Erlaubnis im wahrsten Sinne des Wortes umzugraben und zu begrünen. Aus einigen politisch motivierten Globalisierungsgegnern, die Golfplätze mit Dornenhecken oder Disteln verunstalteten, sind so Guerilla-Gärtner geworden: Mit grünem Vandalismus setzen sie sich aber nicht weniger leidenschaftlich für einen schöneren Lebensraum vor der eigenen Haustüre ein. „Think local“ ist die Devise.

Doch die Szene beschränkt sich nicht auf eine Subkultur. Guerilla-Gärtner können sich immer mehr auch in offiziellen Projekten engagieren. Denn in vielen Städten haben Kultur- und Stadtmanager den grünen Daumen ihrer Bürger erkannt und verschiedene Aktionen ins Leben gerufen.

  • Grüne Kunst und Stadtteilarbeit: Gardening jenseits der Landschaftsarchitektur ist mittlerweile eine beliebte künstlerische Ausdrucksform. Ob florale Streetart oder Grafitti mit Pflanzen – Kunst im öffentlichen Raum hat immer mehr einen dezidiert ökologischen Bezug. Im Rahmen des Projekts „GrüntMit!“ haben Bewohner des Berliner Prenzlauer Bergs staubige Baumscheiben in blumige Mini-Oasen verwandelt (www.gruentmit.de). In Frankfurt am Main hat die stark befahrene Friedberger Landstraße ein neues Gesicht bekommen. Rund hundert Sonnenblumen schmücken derzeit einen Verkehrstreifen. Die üppige Pracht ist dem Einsatz der Frankfurter Kulturinitiative KuNo zu verdanken, die mit dem Projekt „Blumen statt Steine“ ein blühendes Zeichen gesetzt hat (www.kuno-frankfurt.de).
  • Urban Farming: Insbesondere in US-amerikanischen Großstädten wie New York, Chicago oder Detroit engagieren sich immer mehr Menschen in Sachen „Urban Farming“ (www.urbanfarming.org). Es geht ihnen dabei nicht nur darum, ihre Stadt grüner zu machen, sondern mit regionalem Anbau von Gemüse und Obst Hunger in Armenvierteln zu bekämpfen sowie das Ernährungs- und Ökologiebewusstsein von Großstadtkindern über didaktisch ausgerichtete Anbau-Projekte zu stärken. Dass dabei der auf den Dächern von New York gewonnene Honig in Feinkostläden reißenden Absatz findet, ist eine von vielen scheinbar anachronistischen neogrünen Phänomenen unserer Zeit. Seit 2005 hat auch Deutschland eine Austauschplattform für städtische Hobby-Bauern. Unter www.urbanacker.net findet man Informationen und Gleichgesinnte rund um die „urbane Landwirtschaft, interkulturelle und Gemeinschaftsgärten, Naturschutz und alternatives Gärtnern“.

FAZIT: Schrebergarten 2.0 – Gärtnern als zivilgesellschaftliches Engagement und Community-Tool

Die Arbeit in und an der Natur hat neben dem ästhetischen einen hoch sozialen Effekt. Urbane Projekte nutzen diesen Vorteil: Nachbarschaftsgärten bieten Bürgern Raum für soziale Interaktion, Integration, interkulturellen Dialog oder ganz einfach einen Platz im Grünen. Sie entstehen auf brach liegenden Grundstücken, häufig in Problemvierteln und werden von Ex- und Neo-Hippies, Senioren, Familien und Studenten gleichermaßen gestaltet.Die Garden Guerilla setzt auf Eigeninitiative und soziales Engagement. Sie zeigt uns ein weiteres Gesicht des neogrünen Lifestyles, den wir in der Studie „Zielgruppe LOHAS“ bereits ausführlichst beschrieben haben. Guerilla-Gardening zeigt aber auch, dass sich Bürger nicht mehr bloß auf das Wohlwollen von (Lokal-)Politikern und Grünflächenämtern verlassen, die mit der Pflege von Parks und Friedhöfen mehr als ausgelastet sind. Die Zivilgesellschaft macht sich sichtbar – für lebenswerte Städte.

via zukunftsinstitut.de

Eine ausführliche Linkliste zum Thema gibt es bei „Grüne Welle„.

*SR

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4 Antworten zu “Guerilla Gardening

  1. Na gut, wenn man so nett aufgefordert wird, einen Kommentar zu hinterlassen, müsst Ihr mich nich zweimal bitten. Eueren Guerilla Gardening Post find ich gut, wie Euren Blog hier übrigens auch, ist irgendwie anders als das, was ma so gewohnt ist aus dem Bereich. Is übrigens ein wichtiges Thema in der heutigen Zeit – wieder und mehr Natur in die Betonwüsten der Städte zu holen.
    Aber in einem Punkt muss ich doch mal kurz widersprechen. Guerilla Gardening beschränkt sich nicht nur auf Subkultur, es IST Subkultur. Denn ich glaube, wenn sie beginnt, sich in offizielle Projekte einzubringen, verliert es seinen anarchistischen ud subversiven Reiz irgendwie, oder nicht? Eine Guerilla-Bewegung und nichts anderes sind ja die Guerilla Gardeners, handelt im Untergrund, unberechenbar und unerwartet. Das ist es, was sie ausmacht.
    Ich verlink Euch mal auf meinem Blog (http://tempeldergaia.wordpress.com/), weil mir gut gefällt, was ich hier sehe. Besonders die Moosbadematte is´n krasses Teil, echt!
    Liebe Grüße und weiterhin viel Erfolg wünscht andrejo

  2. Pingback: Kleine Welten von Ladybird « schœner.wærs.wenns.schœner.wær

  3. Pingback: 5 gute Gründe ein Öko zu werden - bioheld.de

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