Monatsarchiv: April 2009

Aktion Sorgenkind Berlin

Hier noch eine kleine Ergänzung zum DUMMY Berlin: Im Artikel „Nichts da – Ein Lob der Armut“ geht es um die finanzielle Armut Berlins. Das Thema erfreut sich seit vielen Jahren andauernder Aktualität. Wir haben bereits 2003 in unserer Diplomarbeit „Operation 030“ einige Alternativen zum ewigen Lamentieren aufgezeigt. Nicht wundern, damals gab es noch Sozialhilfe und kein Arbeitslosengeld II aka Hartz IV. Hier nun ein Ausschnitt:

02…Aktion Sorgenkind Berlin

Aus der Not geboren, ist die Aktion Sorgenkind Berlin vor allen Dingen eine Gegenmaßnahme zur derzeitigen Jammerstimmung, in der der chronische Geldmangel (nett ausgedrückt) Berlins das Thema Nr. 1 ist. Bei den (berechtigten) Sorgen um Schulden- berge und Einsparungsmaßnahmen geraten Ideen und Visionen, die für eine positivere Entwicklung stehen könnten, ins Abseits. Aktion Sorgenkind Berlin zeigt, wie man unwissentlich bereits sein Beitrag zur Schuldenbeseitigung leistet bzw. diesen Einsatz auf unkomplizierte Weise um ein Vielfaches erhöhen kann, und sich so guter Stimmung und schulterklopfend an der Haushaltssanierung unserer geliebten Stadt beteiligen kann. Um das Verhältnis von Einnahmen und Ausgaben besser einschätzen zu können, werden alle Beträge bei der Aktion Sorgenkind Berlin in Relation zum Standardsozialhilfesatz gesehen, der zur Zeit 293 Euro für einen Alleinstehenden beträgt. Die hinten mit einem Sternchen* versehenen Angaben sind aus dem Statistischen Jahrbuch für Berlin 2002, herausgegeben vom Statistischen Landesamt Berlin. Weiterlesen

Dummy Thema: Berlin

Dummy Magazin Cover Thema: Berlin

Endlich bin ich dazu gekommen das DUMMY Berlin zu lesen und bin begeistert. „DUMMY. DAS GESELLSCHAFTSMAGAZIN.“ ist ein 4x jährlich erscheinendes Themen-Magazin und tatsächlich jedesmal neu und anders.  Das Layout passt sich immer jeder Ausgabe an und ist meist wunderbar. Und die Artikel zum jeweiligen Thema sind oft unerwartet und berichten aus Blickwinkeln, die viele Journalisten schon gar nicht mehr sehen können vor lauter Repetieren.

Die Ausgabe zum Thema Berlin ist auch deshalb so besonders, weil es trotz inflationärer Berlinberichterstattung selbst für mich – die ich nicht nur gebürtige Berlinerin bin, sondern deren Diplomthema Berlin war – überraschend sinnige und humorvolle Artikel bereithielt. Beispielsweise die Serien-Story „Einmal Paranoia und zurück – Berliner Taxifahrer erklären die Welt“. Auch der konsequente Verzicht auf Berlinfotos und stattdessen Einsatz von Ölbildern des Malers Edward B. Gordon ist gelungen.

Meines Erachtens lesenswert für alle Berliner, ob Neu- oder Alt-, und alle die es werden wollen.

*SR

Onlineshop-Eröffnung von schœner.wærs.wenns.schœner.wær

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Freunde des nachhaltigen Designs, endlich haben wir unseren ersten Onlineshop eröffnet! Nunja, nicht so richtig ganz allein unseren, aber immerhin unseren „schoener.waers.wenns.schoener.waer“-Onlineshop bei dem Marktplatz für liebevoll gestaltete Produkte – DaWanda. Unter http://swwsw.dawanda.com könnt Ihr ab sofort unsere ersten Produkte bestaunen und sehr gern in Kaufrausch geraten.

Dabei muß man immer bedenken, daß unsere Produkte nicht nur außergewöhnlich und schick anzusehen, sondern auch umweltfreundlich und fair produziert sind. Mit dem Kauf werden kleine Manufakturen unterstützt, behinderten Menschen eine sinnvolle und qualifizierte Arbeit ermöglicht und die Umwelt geschont – durch geringe Transportwege, einen planvollen Materialeinsatz sowie recycelte und recyclingfähige Materialien.
Da macht doch Shoppen endlich wieder Spaß, oder? Ein Beispiel? Nun gut.

»Ein Baum für alle Fälle«  Teil 1: Frühlings-Set

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Korrekt, der Frühling ist endlich da! Zum Beweis sende all Deinen Lieben den »Baum für alle Fälle« – einfach Blumen, Blätter oder Vögel an die kahlen Zweige stempeln, entzückt in die Hände klatschen und abschicken. Du kannst auch ein schickes Frühlingsgedicht zwischen die Zweige schreiben oder eigene Tiere und Pflanzen malen – der Phantasie sind keine Grenzen gesetzt beim »Baum für alle Fälle«.

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Inflatable Street Art von Joshua Allen Harris

Joshua Allen Harris verwandelt tote Plastiktüten in gigantische lebendige Tiere – Zauberei? Mitnichten, aber das Werk eines kreativen Geistes mit einer großartigen Idee. Harris klebt alte Plastiktüten mit Klebeband zusammen und befestigt sie über den Lüftungsgittern der New Yorker U-Bahn, wo der Luftzug ihnen stoßweise Leben einhaucht.

Man kann darin eine Visualisierung des Artensterbens durch den Klimawandel sehen, die Versinnbildlichung eines von kurzen komatösen Pausen unterbrochenen Lebens in Highspeed oder endlich mal eine gelungene Verwandlung von Müll in Kunst. Man kann sich aber auch einfach nur über diese überraschende Störung des Alltags freuen.

Sein „Air-Bear“ wurde auch vom Environmental Defense Fund ausgezeichnet und im Video ihrer Anti-Global-Warming-Kampagne verwendet.

Eine wundervolle Inszenierung und passend in unsere Reihe „urbane Umweltgestaltung„.

*SR

ACME Climate Action

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Na, wie sieht’s aus, kleiner Motivations-Literaturtipp gefällig? Nagut. ACME Climate Action leistet der Weltrettung mit guten Ideen und Anregungen Vorschub und das auch noch auf sehr schicke und humorvolle Art. Es geht hier nicht um die allumfassende Lösungsstrategie, sondern um die kleinen Schritte des Einzelnen, die einen in der Summe schließlich auch ans Ziel bringen.

Und das beste für alle interessierten, aber inzwischen lebensmüden Konsumenten von Salzindiewundestreumedien – das Ganze kommt so positiv und mitreißend daher, daß es einen in den Fingern kribbelt, Gutes zu tun. Für Liebhaber der schön gestalteten Sticker, Poster und Selbermachanleitungen ist es sowieso ein Muß. Einfach mal kaufen und lesen und denn ausprobieren, die Sache mit der Weltrettung.

*SR

David Stovell´s „Sunday Papers“ & die sonntaz

© David Stovell Design

© David Stovell Design

Eine prima Idee, den Berg alter Zeitungen aus diversen Probe- oder Jahresabonnements einer zweiten Nutzung zuzuführen, ist dieser Vorschlag von David Stovell: Ein Stuhl/Tisch aus gerollten Zeitungen, den jeder dank seiner Anleitung nachbauen kann.

Der Relaunch der taz (Motto: „Bereit zur Veränderung“) aus Anlass ihres 30-jährigen Bestehens ist vielleicht ein gelungener Anlass, erst ein Probeabonnement zu genießen, und sich dann ans Rollen zu machen. Ab 18. April erscheint die taz nämlich nicht nur im neuen Layout, sondern auch im farbigen Gewand mit einer sonntäglichen 20-seitigen Beilage: der sonntaz. „Die sonntaz besteht aus drei Teilen: „Politik und Gesellschaft“, „Kultur und Medien“ sowie „Alltag und Konsum“. Neue Themen sind verantwortungsbewusster Konsum, Körper und gesellschaftliche Bewegungen.“ Das klingt spannend. (Hier gehts zum Probeabo.)

Spannend wird sicher auch der tazkongress vom 17.–19. April im Haus der Kulturen der Welt. Er steht unter dem Motto „¿Tu was! – Freiheit & Utopie“ und beschäftigt sich u.a. mit guten Kapitalisten, der Würde des Menschen und dem Klimawandel, aber auch mit Street Art und Podcasting … Auch The Yes Men halten am Samstag einen Vortrag – zum Thema „freedom, utopia and laughing“.

*NB

Symbiosis Stuhl-Serie von Lisa Jones

Vasa Intestina III - Terminal Loop

Vasa Intestina III - Part of the Symiosis chair series

Die Symbiosis Stuhl-Serie von Lisa Jones ist inspiriert von da Vincis anatomischen Zeichnungen. Jeder Stuhl stellt ein menschliches Organ (Drüsen-, Bronchial-, Kreislauf-, Nerven- und Ausscheidungsorgan) dar – sozusagen organic art. Sie sind aus Holz und Stahl gefertigt und bestechen durch die Feinheit der Ausarbeitung. Mehr von Lisa Jones

Vasa Intestina I

Vasa Intestina I - Part of the Symbiosis chair series

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Vasa Intestina II - Part of the Symbiosis chair series

*SR