Monatsarchiv: Juni 2009

Grünes Wirtschaftswunder + Greencamp + KarmaKonsum

Krasse Aktion! Am frühen Morgen (5:22h) des 18. Juni 2009 haben Wirtschaftsaktivisten im Vorfeld der KarmaKonsum Konferenz 2009 den Bullen vor dem Frankfurter Börsenpakett grün eingekleidet und mit einem Schriftzug “Grünes Wirtschaftswunder” markiert.

Ziel dieser Aktion ist es, die Verantwortlichen in Politik und Wirtschaft auf die Potenziale neuen Wirtschaftens hinzuweisen. In den nächsten zwei Tagen kommen rund 600 Teilnehmer und Wirtschaftsaktivisten aus ganz Deutschland zur dritten KarmaKonsum Konferenz nach Frankfurt.

via KarmaKonsum

Jawohl, auch SWWSW war am vergangenen Wochenende in nachhaltiger Mission in Frankfurt – zum Greencamp im Rahmen der KarmaKonsum Konferenz. Allerdings haben wir den grünen Bullen nicht mehr live erlebt. Hat sich trotzdem gelohnt. Wir haben gefühlte 1 Mio neue Mitstreiter und freundliche Öko-Piepels* kennengelernt oder wiedergetroffen und uns kollektiv Halsschmerzen vom vielen Netzwerken erarbeitet. Weiterlesen

Visualisierung von Statistiken

Seit längerem habe ich ein Faible für die Visualisierung von Daten und Statistiken und die Übertragung in andere Formate. Auch in unserer Diplomarbeit Operation 030 waren statistische Daten (und die Sachverhalte, die sie spiegeln) Ausgangspunkt für diverse Produktideen – in diesem Fall immer mit Berlinbezug.

© Dawid Bleja

© Dawid Bleja

Das Projekt „Breathing Earth“ von Dawid Bleja zeigt in einer „Echtzeit-Simulation“ auf intelligente Weise den CO2-Ausstoss der verschiedenen Länder dieser Welt. Wenn man mit der Maus über die einzelnen Länder fährt, werden einem die Daten für den CO2-Ausstoss pro Jahr und pro Kopf angezeigt und wie viel CO2 emittiert wurde, seit man auf der Website ist. Auch die Anzahl von Geburten und Todesfällen werden simuliert. Ein Vergleich zu den Werten vor zwei Jahren wird angeführt – leider ist die Bilanz für Deutschland schlechter als vor zwei Jahren.

* NB

Nachhaltiges Design: Cradle to Cradle

cradletocradleWie im letzten Beitrag bereits angekündigt, folgt nun eine detailliertere Beschreibung des Cradle to Cradle-Prinzips für alle Interessierten.
Konventionelle Produktionsweisen arbeiten nach dem Prinzip „Cradle to Grave“: Ein Produkt wird produziert, benutzt, und dann entsorgt – oft mit nicht unerheblichem Schaden für die Umwelt. Auch Strategien, die Umweltbelastung von Produkten zu verringern, bleiben trotz allem diesem Schema verhaftet: Es wird versucht, Schadstoffe zu reduzieren, den Energieverbrauch zu senken, öko-effizient zu sein: das Grundkonzept der Industrieproduktion bleibt unangetastet. Auch der konventionelle Recyclingprozess, oft viel zu teuer, produziert Stoffe, die immer minderwertiger sind als vor dem Recycling – es gibt kein sog. „Upcycling“, sondern nur „Downcycling“.

Das Cradle to Cradle-Prinzip, entwickelt von Michael Braungart und William McDonough, bricht mit der „Produktion für die Mülltonne“ und baut im Wesentlichen darauf auf, dass in der Natur Abfall immer auch Nährstoff für andere Lebewesen und Pflanzen ist. Und dass es in der Natur viele Beispiele für Verschwendung gibt, die dennoch nicht die Lebensgrundlage für andere Lebewesen gefärden. Es baut auf zwei Kreisläufen auf: einem für technische, einem für biologisch abbaubare Stoffe. Im technischen Kreislauf zirkulieren diejenigen Materialien und Produkte, die nach Benutzung recycelt und wieder zu neuen technischen Stoffen – ohne Wertverlust – verarbeitet werden können: sog. „Gebrauchsgüter“. Im biologischen Kreislauf zirkulieren die sog. „Verbrauchsgüter“, die nach ihrer Nutzung durch biologische Zersetzung wieder Nährstoff für die Natur sind – ohne toxische Rückstände.

BioCycle_small

© EPEA

Beispielhaft für ein „Verbrauchsgut“ und den biologischen Kreislauf sei hier ein Projekt aus dem Bereich Bekleidung vorgestellt: ein kompostierbares Baumwoll-T-Shirt von Trigema (in Sachen Schnitt und Design vielleicht nicht gerade das Must-Have der Saison…), das mit einer synthetisch hergestellten, kompostierbaren Farbe gefärbt wurde. Der Zersetzungsprozess des T-Shirts ist auf der Seite von Trigema zu bewundern – auch wenn wir unsere alten T-Shirts lieber den Franziskanern geben für ihre Kleiderkammer.

© EPEA

© EPEA

Ein weiteres Projekt, das oft genannt wird, ist der „Mirra„-Stuhl von Hermann Miller (zu erwerben für schlappe 1.426 Euro bei memo, ab 3 Stück gibt´s Rabatt!). In einem schweißtreibenden Prozess wurde dieser Stuhl über Jahre von der Firma unseres ehemaligen Professors Burkhard Schmitz, Studio 7.5,  entwickelt: Ein Beispiel für ein Produkt, das zu 95% aus recycelbaren, ungiftigen Materialien besteht, die praktisch ohne Wertverlust in einen technischen Stoffkreislauf zurückgeführt werden können. Dies liegt vor allen Dingen daran, dass der ganze Stuhl in seine Einzelkomponenten zerlegt werden kann, die dann jeweils wieder einer neuen Nutzung zugeführt werden können.

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Nachhaltiges Gestalten – Druck und Papier (03)

Recyclingpapier: Giftmüll oder Umweltschutz?

Blauer Engel_014_434Im Oktober letzten Jahres lauschten wir interessiert den Ausführungen von Prof. Dr. Michael Braungart zum „Cradle to Cradle“-Prinzip im IDZ. Cradle to Cradle (von der Wiege zur Wiege) baut im Wesentlichen darauf auf, dass die Natur keinen „Müll“ produziert, sondern Abfall immer auch Nährstoff für andere Lebewesen und Pflanzen ist. Das Cradle to Cradle-Prinzip beinhaltet deshalb zwei Kreisläufe – einen für technische, einen für biologisch abbaubare Stoffe. (Mehr zu Cradle to Cradle demnächst).

Cradle to Cradle stellt auch die bisherigen Recyclingstrategien in Frage, da oft die Ausgangsmaterialien gar nicht so konzipiert sind, dass sie ohne gehörigen Wertverlust einem stofflichen Kreislauf zugeführt werden können. Prof. Braungart streifte in diesem Zuge auch die Thematik des Papier-Recyclings und vertrat die Ansicht, dass Recyclingpapier tendenziell toxisch ist, da das bedruckte Ausgangsmaterial nicht für den Recyclingprozess vorgesehen ist.
Die derzeit verwendeten Druckfarben seien schädlich und durch die Verbindung von Farbe und Papier beim Druck wäre sowohl das Ausgangsmaterial für den Recyclingprozess (bedrucktes Altpapier) als auch das Endprodukt – Recyclingpapier – belastet.

Wir waren bisher davon ausgegangen, dass sowohl die Benutzung als auch die Herstellung von Recyclingpapier in Sachen Umweltschutz die beste Alternative ist – die Informationen von Prof. Braungart, dessen Ausführungen sehr überzeugend waren, stimmte uns nachdenklich. Und wir versuchten, Näheres herauszufinden…

Die Website vom EPEA – Internationale Umweltforschung GmbH – hielt leider keine diesbezüglichen Informationen bereit, aber eine Telefonnummer. Und die habe ich einfach mal angerufen, um rauszufinden, wie wir denn ab sofort wirklich umweltfreundliche Druckerzeugnisse herstellen können – die nach ihrer Nutzung, wenn schon nicht kompostierbar, dann doch anderweitig in einen Materialkreislauf zurückgeführt werden können. Wir wussten nicht, dass das der Anfang einer Odyssee war, die die ganze Problematik „Was ist nachhaltig?“ Und: „Wie verhalte ich mich nachhaltig?“ anhand eines Teilbereiches sehr gut verdeutlicht…

Aber: Alles schön der Reihe nach – und in diesem Fall: Unser kleinen Reihe „Nachhaltiges Gestalten – Druck und Papier“ nach. Deshalb: Mehr dazu in in Kürze!

rechtsNur so viel vorab: Recyclingpapier ist zur Zeit erste Wahl, was den Umweltschutz angeht! Und am besten Recyclingpapier, das mit dem Blauen Engel ausgezeichnet ist. Denn der Blaue Engel bezeugt bei der Umweltverträglichkeit u.a., dass bei der Herstellung keine krebserzeugenden oder anderweitig gesundheitsschädlichen Färbemittel verwendet wurden. Für andere im Endprodukt enthaltenen Anteile an Schadstoffen werden Grenzwerte festgelegt.

* NB

SWWSW aktiv beim Carrotmob

Jawohl, wir waren da. Denn wo es um die gute Sache geht, darf SWWSW nicht fehlen. Hier das Beweisfoto:

Nicole und Sylke von schœner.wærs.wenns.schœner.wær beim Karotten Mobbing

Nicole und Sylke von "schœner.wærs.wenns.schœner.wær" beim Karotten Mobbing

Und – man beachte – wir haben sogar ’ne Bio-Limo im Späti gefunden und sofort käuflich erworben.

„Und wat passiert nu?“, wird sich der eine oder andere nun fragen. Nun, über carrotmobberlin.com kann man sich über den aktuellen Stand der Dinge auf dem Laufenden halten.
Als wir das letzte Mal geguckt haben hieß es dort:
„Wir sind mit Peter, unserem Energieberater, dran und fangen in den nächsten Tagen mit dem Umbau an… #carrotmob#berlin“

Na dann.

*SR

Real Human Interface

by Multitouch Barcelona

by Multitouch Barcelona

„Hi“ – the real human interface von Multitouch Barcelona. Hier geht’s zum Video ->

via vimeo.com + Steph

*SR

Charta für Nachhaltiges Design von SWWSW unterzeichnet

SWWSW_Logo

Der Name ist Programm. Wir wollen mit besserer Gestaltung die Welt ein Stück schöner machen, unser Potenzial ein Stück zielgerichteter einsetzen und unseren geliebten Beruf ein Stück sinnvoller gestalten. Zja. Und der eine oder andere wird sich schon gefragt haben, was meinen die denn eigentlich mit „besserem oder nachhaltigem Design“?
Der AGD (Allianz Deutscher Designer e.V.) hat dazu eine Charta für nachhaltiges Design formuliert, die jeder Designer freiwillig unterzeichnen kann, um seinen Willen zur kreativen nachhaltigen Zukunftsgestaltung und Verantwortungsübernahme zu untermauern. Und wir haben sie unterzeichnet, weil es ganz gut fasst, worum es uns eigentlich geht. Der genaue Wortlaut der Charta ist auf unserer „Über.-Seite“ zu finden.

Zitat zur „Charta für nachhaltiges Design“ vom AGD:

Die „Charta für nachhaltiges Design“ ist eine Selbstverpflichtung, die jede Designerin und jeder Designer freiwillig unterzeichnen kann. Sie gibt einen Rahmen vor, der das nachhaltige Handlungsspektrum im Bereich Design umreißt; sie ist ein Instrument, um die Beschäftigung mit der ökologischen, sozialen und wirtschaftlichen Verantwortung, die jeder Designer hat, zu fördern. Durch die Unterschrift demonstrieren die Unterzeichner, dass sie sich den Zielen des nachhaltigen Designs verpflichtet fühlen. Die Designer belegen ihre gesellschaftliche Verantwortung. […]

Wir begreifen nachhaltiges Design als Prozess; die stetige Verbesserung steht im Vordergrund und nicht das 100% nachhaltige Produkt. Und: Wesentlicher Bestandteil jeglichen nachhaltigen Design-Prozesses ist die Beratung. Grundlage dafür wiederum ist ein profundes Wissen und die stetige Fortbildung der Designer.

Mehr Infos unter agd.de

SWWSW_Siegel* SR+NB