Prinzessinnengarten – Jungbauern am Moritzplatz

Foto von nomadischgrün

Moritzplatz goes green! Die Jungs und Mädels von „Nomadisch Grün“ setzen dort ein Urban Gardening Projekt allerfeinster Güte um, und wir wollen an dieser Stelle mit Begeisterung davon berichten:

Über ein halbes Jahrhundert dämmerte der Moritzplatz im Schatten der Mauer vor sich hin. Bis zu seiner Zerstörung im Krieg stand an diesem stark belebten Platz ein Wertheimkaufhaus, danach war hier lange die Errichtung eines Autobahnkreuzes geplant, temporär siedelte sich ein Flohmarkt an und die letzten Jahre stand die Fläche brach, wurde von der Ruderalvegetation zurückerobert und der Moritzplatz wurde zum reinen Transitraum.

Der „Prinzessinnengarten“ soll diesen vergessenen Ort zwischen Prinzen- und O-Straße wieder zu neuem urbanen Leben erwecken.

In Städten wie Havanna oder Santiago wird dort schon seit längerer Zeit erfolgreich die so genannte agricultura urbana betrieben. Dabei handelt es sich nicht allein um Gemüseanbau und Selbstversorgung in der Stadt. Die gemeinsame Bewirtschaftung städtischer Freiflächen verwandelt diese Orte zugleich in urbane Lebens- und Arbeitsräume. Hier halten die Nachbarn ihr Schwätzchen, die Erwachsenen geben ihr Wissen an Kinder weiter, man entspannt sich bei einer Tasse Kaffee aus der Thermoskanne.

Auch in New York und anderen nordamerikanischen Städten wird urbane Landwirtschaft betrieben. Hier sind seit den 70er Jahren zahlreiche community gardens entstanden und dies aus den unterschiedlichsten Gründen: um sozial schwache Quartiere zu aktivieren, um sich selbst mit Lebensmitteln zu versorgen, um die Umwelt zu schonen, um den CO2-Ausstoss zu reduzieren, um gut zu essen, um zusammen zu arbeiten, um die Stadt zu verschönern, um die heilende Wirkung von Gärten zu nutzen, um arbeitslosen Jugendlichen eine Aufgabe und Verantwortung zu geben.

„Lass uns so etwas auch in Berlin machen!“, mit diesem Vorsatz hat sich „nomadischgrün“ an die Planung gesetzt. Sie haben aus der Vogelperspektive leere Flächen auf dem Stadtplan gesucht, haben unzählige Telefonate geführt, mit Grundstückseigentümern geredet, haben Helfer und Kooperationspartner gefunden; schließlich sind sie am Moritzplatz fündig geworden, sind durch ein Loch im Zaun geklettert und haben einen Plan aufgestellt.

Foto von nomadischgrün

Und so sieht der in etwa aus:

Mobile urbane Landwirtschaft: Wir werden die Brachfläche am Moritzplatz temporär nutzen. Für mindestens 2 Jahre werden wir auf ihr Bio-Gemüse in Hochbeeten ziehen, d.h. unabhängig vom vorgefundenen Boden. Unsere Gärten werden mobil sein und nach Ende der jeweiligen Nutzung an einen anderen Ort ziehen, an dem Licht, Wasser und Öffentlichkeit zu finden sind – das kein ein Hochhausdach oder ein Parkdeck ebenso gut sein wie eine weitere Brachfläche.

Nachhaltige Lebensstile: Der Prinzessinnengarten soll ein Ort des Lernens sein, an dem vor allem Kinder und Jugendliche, aber auch Erwachsene aus dem Quartier sich Wissen und Kompetenz für einen nachhaltigen Lebensstil aneignen können und gemeinsame an einer zukunftsfähige Stadt arbeiten.

Grüner Hedonismus: Unser Garten wird aber auch ein Ort des Genießens und Erholens sein. In einem kleinen Gartenrestaurant wird man dabei zusehen können, wie das frisch geerntete Gemüse direkt weiterverarbeitet wird.

Eine andere Stadt pflanzen: Wir haben nicht warten können bis man uns eine bessere Stadt errichtet. Wir haben schon einmal angefangen und uns selbst ermächtigt, Freiräume zu nutzen und diese Stadt mitzugestalten. Wir hoffen auf die vielfältige Hilfe und Unterstützung von Menschen, die diese Vorstellung und unseren Traum von einem urbanen Garten teilen.

via Prinzessinnengarten.net

Geht hin und staunt selbst. Wir werden nächste Woche mehr davon berichten.

*SR

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4 Antworten zu “Prinzessinnengarten – Jungbauern am Moritzplatz

  1. Das ist ja richtig cool! Hab vor kurzen schonmal was darüber gelesen bzw es dummerweise überlesen. Das ist mehr als einen Besuich wert, da bin ich mir sicher!

  2. Pingback: Wir haben’s getan! « schœner.wærs.wenns.schœner.wær

  3. Pingback: Ein Filmchen über ‘Urban Gardening’ | schœner.wærs.wenns.schœner.wær

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