Nachhaltiges Gestalten – Druck und Papier (13)

Was macht eigentlich der FSC?

Das FSC-Logo kennzeichnet Produkte, die aus nachhaltiger Forstwirtschaft stammen.

Das FSC-Logo kennzeichnet Produkte, die aus nachhaltiger Forstwirtschaft stammen.

FSC ist die Abkürzung für „Forest Stewardship Council“, und auf der deutschen Seite des FSC ist zu lesen:

Der FSC ist eine gemeinnützige und unabhängige Organisation zur Förderung verantwortungsvoller Waldwirtschaft. Umweltorganisationen, Waldbesitzer, Gewerkschaften und Unternehmen der Holzwirtschaft unterstützen den FSC.

Der FSC wurde 1993 gegründet und hat über 500 stimmberechtigte Mitglieder, die genaue Historie kann auf der internationalen Seite nachgelesen werden. Das System fusst auf drei Kammern, die dafür sorgen, dass neben den Umweltaspekten auch die Sozialverträglichkeit und die wirtschaftliche Tragfähigkeit Grundlage der Zertifizierung sind. Die deutsche Arbeitsgruppe exisitiert seit 1997: Ihr Ziel war und ist es, Standards für eine gute Waldbewirtschaftung in Deutschland zu etablieren und zu überprüfen. Greenpeace schreibt:

Die deutschen Standards einzuhalten, das heißt beispielsweise, Kahlschläge grundsätzlich zu unterlassen, keine Biozide einzusetzen und abgestorbene Bäume im Wald zu belassen. Die Arbeitsbedingungen müssen sozial verträglich gestaltet werden. Das Personal wird möglichst ganzjährig beschäftigt und kann an regelmäßigen Aus- und Weiterbildungsmaßnahmen teilnehmen. Die Bewirtschaftung des Waldes soll effizienter gestaltet werden, die Qualität des erzeugten Holzes soll gesteigert werden.

Gute WaldbewirtschaftungDie Kriterien, was eine „gute Waldbewirtschaftung“ ist, sind je nach Land und Forstwirtschaft unterschiedlich – deshalb unterstützt die internationale Organisation nationale Arbeitsgruppen, damit vor Ort sinnvolle Richtlinien erarbeitet werden, die wiederum von der internationalen Organisation anerkannt werden müssen.

Eine höhere Bedeutung als im deutschen Kontext kommt dem FSC in Ländern zu, in denen illegaler Einschlag und Raubbau an der Tagesordnung sind. Hier sorgt der FSC mit jedem Stück zertifiziertem Wald dafür, dass Waldflächen vor illegalem Einschlag geschützt werden.

Kritisiert wird der FSC (innerhalb und außerhalb der Organisation) dafür, dass auch Plantagen (z.B. Eukalyptus) FSC-zertifiziert werden – die massiven ökologischen und sozialen Probleme, die mit dem großflächigen Anbau von Monokulturen einhergehen, dabei aber meistens unberücksichtigt bleiben. Mehr zur Kritik am FSC kann man u.a. bei Greenpeace nachlesen (Mitglied in der FSC-Umweltkammer).

Wichtig ist zu wissen, dass der FSC (im Gegensatz z.B. zum Blauen Engel) wirklich nur den Ursprung des Rohstoffes kontrolliert und zertifiziert, nicht die Art der Weiterverarbeitung (z.B. Chemikalieneinsatz bei der Papierherstellung).

Das Siegel

Bei dem FSC-Zertifikat muss man zwischen den Siegeln von Betrieben und Produkten unterscheiden. Der FSC hat eine sog. „Chain of Custody“ (=Produkt-/Handelskette) etabliert. Das heißt, das jeder Betrieb, der Holz aus einem FSC-zertifizierten Wald weiterverarbeitet, seinerseits zertifiziert sein muss, damit sein Produkt das FSC-Siegel führen darf.

Z.B. muss ein Tischler sich selbst vom FSC zertifizieren lassen, um seine Möbel aus FSC-zertifiziertem Holz mit dem FSC-Logo versehen zu dürfen. Tut er das nicht, darf er zwar sagen, dass er FSC-zertifiziertes Holz benutzt, er kann aber nicht mit dem Logo werben. Und der Kunde muss auf die Aussage des Tischlers vertrauen. Insbesondere für kleine Betriebe ist es jedoch oft zu aufwendig und zu teuer, dieses Zertifikat (das regelmäßig erneuert werden muss) zu erwerben. Hierbei spielen nicht nur die Kosten für die Zertifizierung, sondern vor allen Dingen der zeitliche (und bürokratische) Aufwand eine Rolle, für die in kleineren Betrieben oft keine Kapazitäten frei sind.

Bei FSC-zertifizierten Druckereien z.B. ist es so, dass sie einen bestimmten Prozentsatz FSC-zertifiziertes Papier im Jahr einkaufen und weiterverarbeiten müssen – unabhängige Kontrolleure überprüfen die Druckereien und ihre Einkäufe und Druckaufträge daraufhin. Nur eine FSC-zertifizierte Druckerei kann dem Endkunden anbieten, dass seine Broschüre aus FSC-zertifiziertem Papier auch ein FSC-Logo tragen darf. Alle Druckereien können natürlich FSC-zertifiziertes Papier einkaufen und bedrucken – sie dürfen eben nur nicht auf „ihren“ Produkten das Logo verwenden.

Mehr zum Thema „FSC-zertifiziertes Papier“ nächstes Mal…

*NB

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