Nachhaltiges Gestalten – Druck & Papier (18)

Punkte & Pünktchen

Aus aktuellem Anlass (die Zitty berichtete darüber) soll hier noch kurz ein Produkt von uns vorgestellt werden, das Ihr natürlich bei S.W.W.S.W. erwerben könnt: Unsere gepunkteten Notizhefte.

Mittels kleiner Veränderungen in der Gestaltung haben wir Druckfarbe und Material gespart:  durchgezogene Linien wurden durch wunderschöne grüne Punkte ersetzt. Die 20 Innenseiten sind aus Recyclingpapier (Resa Offset 100g, mit dem Blauen Engel ausgezeichnet), das angefallene Andruckpapier (diesmal haben wir im Offset mit mineralölfreien Farben gedruckt) wird für kleinere Notizzettelblöcke weiterverwendet.

Der Umschlag ist aus FSC-zertifiziertem Savanna Holzstrukturkarton von Gmund, einem Traditionsunternehmen, das 70% der benötigten Energie durch Wasserkraft und Kraft-Wärme-Kopplung selbst erzeugt (s. auch Go green or die!). Die bayerische Büttenfabrik ist auch bei innovativen Recyclingpapieren (z.B. beim Bierpapier Verwendung von festen Resten aus der Maische nach der Bierherstellung, recycelten Bieretiketten und -deckeln etc) immer vorneweg (was allerdings auch seinen Preis hat…)

Gebunden wurden die Hefte in liebevoller Handarbeit im Kaspar Hauser Therapeutikum – die Fäden wurden eigens mit Lebensmittelfarben eingefärbt (somit ist jedes Heft ein Einzelstück) und mit Bienenwachs behandelt, so dass die ganze Werkstatt bei der Abholung der Hefte ungewohnt nach Honig duftete.

Als Variation gibt es auch noch Blanko-Hefte mit grauen Zwischenlegern und „Wendehefte“ – von der einen Seite gepunktet für geistige Großtaten, von der anderen Seite blanko für bildhafte Einfälle!

*NB

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5 Antworten zu “Nachhaltiges Gestalten – Druck & Papier (18)

  1. Schönes Heft, allerdings wird man dir einen Bären aufgebunden haben in der Druckerei, da es momentan nur eine einzige Reihe von Druckfarben gibt, welche ganz ohne Mineralöle auskommen und diese sind im Moment leider noch nicht käuflich zu erwerben. Alle anderen Offsetdruckfarben basieren weiterhin auf Mineralöl, auch wenn ein Teil pflanzlicher Öle dabei verwendet wird.

    • Danke für den Hinweis – das Thema Farben wollte ich eh noch genauer angehen, aber es ist aus meiner Sicht ein undurchdringliches Dickicht. Wie heißt die Reihe von Farben, die Du meinst? Und was hältst Du davon, wenn Druckereien mit „Biofarben“ werben? Alles schmuh (mein Eindruck, aber selbst Oktoberdruck wirbt damit, auf Biofarben umgestellt zu haben, und ich halte sie für eine äußerst „ehrliche“ Druckerei).

  2. Es ist richtig, dass momentan immer Druckereien mit Bio für sich werben. Leider ist in diesem Zusammenhang der Begriff Bio nicht an irgendwelche Bedingungen geknüpft noch gibt es eine anständige Zertifizierung. Einige Unternehmen entwickeln sogar eigene „Ökolabels“ für diese. Die Farben die ich meine nennen sich „earthcolors“ – dabei handelt es sich um ein Forschungprojekt der Designerin Dorothea Hess (http://www.hessdesign.de/). Deren Einsatz ist zwar limitiert und nur für den Offsetdruck geeignet, das Problem liegt wohl aber eher bei den Farbenherstellern. Wenn diese nun diese „Biofarben“ anbieten, würden sie ihre übrigen Produkte natürlich indirekt schlecht machen.

    • Ich kenne das Projekt von Dorothea Hess. Leider ist es nicht so, dass sich die Farbenhersteller dagegen sperren (das vielleicht auch), sondern dass diese Farben und ihr Spektrum den Praxistest nicht bestanden haben. Ich habe mich länger mit der Geschäftsführerin von Oktoberdruck darüber unterhalten, und die Farben eignen sich für bestimmte „künstlerische“ Entwürfe, aber nicht für den Standard-Offsetdruck – u.a. aufgrund ihrer Konsistenz, Farbwiedergabe etc. Und es sind nur ein paar Farben verfügbar. Es geht aber darum, das bekannte Spektrum – zumindest CMYK – abzubilden, und das ist bei den Farben von Hessdesign nicht möglich. Von daher muss derzeit auf sog. mineralölfreie Farben (hier der Link zu der Farbinformation von Oktoberdruck) zurück gegriffen werden – selbst wenn die Bezeichnung „mineralölfrei“ vielleicht nicht zu 100% stimmt!

  3. Es ist ein großer Trugschluss, dass Nachhaltigkit die gleichen ausgelatschten Wege begehen muss, die uns in die heutige Lage geführt haben. (Siehe oben: CMYK) Es ist schade, dass gerade so eine innovative Druckerei wie Oktoberdruck ihren Blick auf den standardisierten Massendruck nicht lösen kann.
    Die Diskussion über Ökobilanzen der Druckfarben wie Mineralöl, Pflanzenöl, Wasserfarben, earth-colors® ist noch im vollen Gange.
    Im Sinne von Rohstoffeffizienz und -suffizenz kann es nur heißen – Druckfarben sparen! Probate Mittel: Innovative Gestaltung (muss es immer 4c sein, s.o.) und Ink-Optimierung.

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