Monatsarchiv: September 2010

Trash Chic Vol.6 – Sayaka Ganz

Die Japanische Künstlerin Sayaka Kajita Ganz ist immer auf der Suche nach verwertbarem Müll für ihre feinen Skulpturen. Altes Plastikbesteck, Spielfiguren, Metallstücke und anderes Ausrangiertes bekommen eine zweite Chance als Kunststück meist in Tierform.

„I only select objects that have been used and discarded. The human history behind these objects gives them life in my eyes,“ schreibt sie auf ihrer Seite. „My goal is for each object to transcend its origins by being integrated into an animal form that seems alive.“

via Superuse

*SR

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Wilde Streetart zum Streicheln – furcoat recycling von neozoon

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NEOZOON ist ein loses Kollektiv von Künstlern aus Berlin und Paris, deren bevorzugtes Arbeitsmaterial alte Pelzmäntel sind. Diese werden zu Cut-Outs in Form von Wildtieren verarbeitet, danach  an öffentlichen Wänden befestigt und so im Großstadtdschungel wieder ausgewildert. Dazu ein Interview-Auszug vom Kunst-Blog.com:

Arbeitsgrundlage von NEOZOON ist das Verhältnis von Mensch und Tier in urbanen Lebensräumen. Wir begeben uns auf ein Art Spurensuche, um den Umgang einer modernen und großstädtischen Zivilisationsgesellschaft mit dem Tier zu erforschen. Dabei fällt vor allem die Abwesenheit ganzer Tiere auf, die meisten begegnen uns ja nur noch in Teilen! Der biologische Begriff Neozoon unterstreicht deswegen einen Fokus unserer Arbeit, nämlich diese Teile wieder zurückzuführen und sie anschließend „auszusetzen“ in der Hoffnung, dass sie sich dort etablieren. […]

Die Ortswahl unserer Klebeaktionen hängt von der Tierart ab, die wir aussetzen. Es kommt vor, das wir die Nähe historisch aufgeladener Plätze wählen, wie im Fall der Schafsherde. Sie klebte auf dem Weg ins ehemalige Schlachthof-Viertel La Villette in Paris. Die Bären unserer aktuellen Berlin-Aktion tauchen in unmittelbarer Nähe zu den lebenden Wappentieren auf, die dort seit Generationen in einem Zwinger leben – ein Beispiel für das schizophrene Verhältnis des Menschen zum Tier.

Das ganze Interview ist -> hier zu lesen.

via kunst-blog.com

*SR


Watch out – art attacks von Filthy Luker

Filthy Luker ist Street Artist, aus Bristol und  spezialisiert auf Interventionen im öffentlichen Raum. An verschiedenen Orten der Welt hat er mit seinen „art attacks“ der urbanen Umwelt Augen verliehen, Monster in öffentlichen Gebäuden eine Heimstätte verschafft und Verkehrshütchen mit Ärmchen versehen. Jetzt starrt die Natur zurück – wer zuerst blinzelt, hat verloren.

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via woostercollective Fotos von filthyluker.org

*SR

Water Makes Money

Bevor der Harndrang einen beutelt, muss man was? Genau, Trinken!
Wir sind ja sozusagen schon von Kindesbeinen Fans und intensive Konsumenten des wohlschmeckenden Berliner Leitungswassers (Wer erinnert sich noch an die herrlichen Werbesticker für die Berliner Wasserbetriebe, die in der (West-)Berliner U-Bahn darauf aufmerksam gemacht haben, dass man keine Kippen ins Klo schmeißen soll? – Ha, da sehen die Zugezogenen blass aus ;-), und müssen deshalb dringlichst auf zwei Dinge aufmerksam machen:

Heute, am 23.09.2010, feiert der Film „Water makes Money“ in ganz Europa an unterschiedlichsten Stellen Premiere (in Berlin z.B. um 19.00 Uhr im Kino Acud). Der Film deckt auf, was die Privatisierung der Wasserversorgung, die in seit 15 Jahren immer weiter voran schreitet, bedeutet. Weitere Veranstaltungs-/Aufführungsorte findet man auf der Website von Water makes Money.

Der Berliner Wassertisch versucht, das Land Berlin zu einer Umkehr der Teilprivatisierung der Berliner Wasserbetriebe zu zwingen. Erster Schritt: Offenlegung der Geheimverträge zwischen dem Land Berlin und den privaten Investoren (RWE Aqua und Veolia Wasser).

Das Volksbegehren endet am 27. Oktober 2010! Bis dahin braucht die Initiative (und wir – ist ja schließlich unser Wasser, um dass es geht…) insgesamt 172.000 Unterschriften, um der zweiten Stufe des Volksbegehrens zum Erfolg zu verhelfen. Wie und wo man sich daran beteiligen und unterschreiben kann, findet man entweder hier – oder Ihr kommt bei S.W.W.S.W. vorbei und unterschreibt bei einem bekömmlichen Glas Eau de Berlin vor Ort. Wir sorgen dann für die rechtzeitige Übergabe der Unterschriften.

*NB

Operation 030 – Sofortmaßnahme 07

Passend zum Thema „Urinieren im öffentlichen Raum“ haben wir noch kurz eine Sofortmaßnahme unserer Diplomarbeit Operation 030 ausgegraben. Diese Sofortmaßnahmen sollten direkt und schonungslos auf verschiedene Gegebenheiten im Berliner Leben aufmerksam machen und keine Lösungen für diese Problemfelder (auch nicht als solche konzipiert) sein, sondern eher Fragezeichen im öffentlichen Raum.

Maßnahme 07: öffentliches WC

Langzeitstudien im Stadtraum haben ergeben, daß ca. 52% der männlichen Bevölkerung nicht über die Möglichkeit verfügen, ihren Harndrang aufzuhalten, bis sie eine geschlossene Örtlichkeit erreicht haben.
Deshalb werden in Berlin (und sicher auch bald in anderen europäischen Städten) gern besuchte Anlaufstellen auch offiziell in öffentliche WCs umgewandelt.

*SR

Don’t Pee in Public! – fordern Luzinterruptus

Über Luzinterruptus, das spanische Kreativ-Kollektiv mit dem Faible für Interventionen im öffentlichen Raum, haben wir ja schon berichtet. Aber die „Anti Public Peeing Art“ blieb bisher unerwähnt – das soll sich hiermit ändern.

Dem Harndrang nachgeben in aller Öffentlichkeit scheint einigen Mitbürgern mehr ein inneres Bedürfnis als eine zwingende Notwendigkeit zu sein. Dieses Phänomen konnten wir bereits des öfteren bei der Kneipe nebenan beobachten. Einige Gäste dieses Etablissements ziehen zur Erleichterung der Blase den nächsten Hauseingang der Kneipentoilette vor und verlassen eigens dazu die Gaststätte – schwer nachvollziehbar, aber wahr.

Das Problem der öffentlichen Blasenentleerung ist ja ein vornehmlich männliches. Deshalb haben die Künstler von Luzinterruptus 80 Krankenhaus-Urinflaschen für Männer (ugs. „Enten“) mit gelbem Wasser befüllt, illuminiert und in Seitenstrassen Madrids verteilt, die sie vorher anhand des Geruchs als geeignet identifiziert haben. Poetischer Protest zu profanem Thema.

Und nicht vergessen, die Stadt gehört uns – und Eigentum will fürsorglich behandelt werden.

via Happy Hotelier Bilder von Luzinterruptus

*SR

Anastassia Elias in ihrer besten Rolle

Obwohl ihr Schwerpunkt eigentlich auf Malerei und Illustration liegt, macht Anastassia Elias jetzt in Klopapierrollen – im wahrsten Sinne des Wortes.

Was zunächst anrüchig erscheint, ist in Wahrheit wunderschön anzusehen. Die Pariser Künstlerin schneidet feinste Silhoutten aus Papier, setzt sie mittels Pinzette in eine Klorolle und ordnet sie liebevoll so an, daß sie bei Lichteinfall zu zartem Leben erwachen.

Und so kommt es, daß in jedem Röllchen gerne mal ein paar Stunden filigranster Handarbeit stecken. Aber wenn man sich die Meisterstückchen dann anschaut, kann man sagen, es hat sich gelohnt, Frau Elias.

via designboom

*SR