Schlagwort-Archive: verantwortung

Vol*2 – Schön war´s!

Der 2. Abend unserer Reihe „Design hat {soziale} Verantwortung“ war ein voller Erfolg! Redner & Publikum haben sich gleichermaßen amüsiert, Informationen aufgesaugt und nachhaltig genetzwerkt – vielleicht sogar „geclustert“?
Herzlichen Dank nochmal an Otto für seinen informativen Vortrag, Mareike für die Vorstellung ihres direkt recycelten Geschenkpapiers „feinseiter“ und natürlich Regine – die Tresenfee – für den gelungenen Abend! Nicht zu vergessen Lindenhof, ohne den das Ganze etwas trockener ausgefallen wäre …

Aber seht selbst die biobierweinseelige Stimmung…

S.W.W.S.W.

Die Bude war voll Foto: Jee-Un Kim

Otto Landgraf referiert zu den 3 Säulen der Nachhaltigkeit © C. Landgraf

Mareike Hadeler

Mareike Hadeler stellt ihr Geschenkpapier feinseiter vor

Nicole und Sylke

Nicole & Sylke berichten über S.W.W.S.W. Foto: Jee-Un Kim

Interessierte Zuhörer

Interessierte Zuhörer ... Foto: Jee-Un Kim

Leere Gläser

... und leere Gläser

Und nicht verzagen, wer´s dieses Mal nicht geschafft hat: Der nächste Termin steht – am 11. Juni 2010 gibt es die dritte Veranstaltung zum Themenkomplex „Nachhaltig global gestalten“. Genaueres demnächst hier.

*NB

Design hat soziale Verantwortung Vol*1: »Stadt gestalten«

Der November hat es in sich: Kaum ist der Vision Summit vorbei, tagt auch schon die 9. Jahreskonferenz des Rates für Nachhaltige Entwicklung im Berliner Congress-Centrum. Dicht gefolgt von der Utopia-Konferenz am Donnerstag.

Auch S.W.W.S.W. lässt sich nicht lumpen und lädt in Kooperation mit Goldbörse herzlichst ein:
Zum 1. Themenabend unserer Reihe »DESIGN HAT SOZIALE VERANTWORTUNG«
WANN? Diesen Freitag, den 27. November 2009, um 20.00 Uhr.
WAS? Los geht´s mit dem Thema »STADT GESTALTEN«
WO? Bei schoener.waers.wenns.schoener.waer | Oranienstraße 58 a (Moritzplatz) | 10969 Berlin
WER? Offen für alle Interessierten – Die Plätze sind allerdings begrenzt. Wir bitten deshalb um Anmeldung unter wieschoen{at}schoener-waers.de bis Mittwoch, 26.11.2009!

WAS GENAU?
++++++

DIE REIHE: In Kooperation mit Goldbörse präsentieren wir in regelmäßigen Abständen unterschiedlichste Ansätze, Projekte, Produkte und Firmen, die die Vielfältigkeit verantwortungsvoller Gestaltung aufzeigen. Netzwerken, Trinken, Diskutieren und Ideen-Aushecken inklusive.

DER ABEND: 27.11.2009, 20.00 Uhr: »STADT GESTALTEN«
Mit: Katharina Wyss (Pankow-Guide, Goldbörse), Nicole Bednarzyk & Sylke Rademacher (schoener.waers.wenns.schoener.waer & Operation 030) und Robert Shaw (Nomadisch Grün & Prinzessinnengärten).

1. Katharina Wyss: »Pankow-Guide« – wie ein Stadtplan neue Sozialstrukturen schafft
2. Nicole Bednarzyk & Sylke Rademacher: »Operation 030« – mit Humor & Subversion die Stadt (zurück)erobern
3. Robert Shaw: »Prinzessinnengärten« – eine andere Stadt pflanzen: Urbane mobile Landwirtschaft am Moritzplatz

++++++++

Wir freuen uns auf Euch!

++++ Die Abende sind kostenfrei, wir bitten um eine freiwillige Spende/Unkostenbeitrag für alle, die mithelfen. ++++

*NB

Nachhaltiges Gestalten – Druck & Papier (17)

Gestaltungsbeispiel: Restpapiere verwenden & Farbauftrag reduzieren

Leider hat diese Serie etwas unter unseren Eröffnungsvorbereitungen gelitten, aber nu geht´s wieder frisch weiter mit Informationen, wie man Druckerzeugnisse nachhaltiger gestalten kann. Und zwar gleich mit einem Anwendungsbeispiel.

Auch wir haben für unsere Eröffnung Flyer gestaltet und sie nicht nur gemailt, sondern auch gedruckt. Und zwar digital. Ist das denn ökologisch?
SWWSW_Flyer_gruen_vJein. In unserem Fall: ja. In anderen Fällen möglicherweise: nein.

Warum „jein“?
1. Wir haben eine kleine Auflage drucken lassen (ca 750 St.), und Offsetdruck „lohnt“ sich erst bei größeren Mengen – in dem Fall ab einer Auflage von ca 500 Bogen (in DIN A 3 entsprechen 500 Bogen 4.000 Flyern in A6 – also viel mehr als wir brauchten).
Hierbei zählt nicht nur der wirtschaftliche Aspekt, sondern vor allen Dingen der Papierverbrauch: Bei Offsetmaschinen müssen für den jeweiligen Auftrag die Farben eingestellt und an das jeweilig verwendete Papier angepasst werden, und dafür werden Andruckbögen gebraucht – und verbraucht. Die wandern dann zwar meistens wieder in den Recyclingkreislauf, aber sie sind erstmal „Müll“. Das ist nicht sinnvoll – bei einer kleinen Auflage würde es darauf hinauslaufen, dass man mehr Papier-Müll produziert als im Endeffekt für das Endprodukt gebraucht wird.

2. Wir haben für unsere Flyer mit der Druckerei Humburg in Berlin-Pankow zusammen gearbeitet, die uns freundlicherweise die Flyer gesponsert hat. Es wurden verschiedene Restpapiere aus anderen Aufträgen verwendet – zumeist Recyclingpapiere, aber auch ein paar FSC-zertifizierte Papiere. Also Papier, das ansonsten nicht weiter genutzt worden wäre.
Beim Digitaldruck stellten die unterschiedlichen Papiere kein Problem dar – genauso wenig wie die Entscheidung, unsere Flyer in unterschiedlichen Farben zu produzieren. Dies hätte im Offsetdruck jeweils Anpassungen der Maschine und somit weitere Andruckbögen (= Makulaturpapier) bedeutet. Weiterlesen

Klimafarming beim Delinat-Institut

leguminose-begruenung

Durch Leguminosebegrünung im Weinberg können bis zu 4 Tonnen CO2 pro Hektar und Jahr gespeichert werden, Quelle: Ithaka-Journal

Am 24. Oktober war Climate Action Day (Informationen hierzu finden sich u.a. bei 350.org) – ein Tag weltweiter Aktionen, um tatkräftiges Handeln gegen den Klimawandel einzufordern. Zwar konnten wir aufgrund unserer Ladeneröffnung nicht an anderen Aktionen teilnehmen, fanden aber gerade diesen Tag sehr passend für unsere Eröffnung. Denn natürlich versuchen wir mit »schœner.wærs.wenns.schœner.wær« einen Beitrag zu einer besseren Welt zu leisten – auf unterschiedlichen Ebenen: Durch Informationen auf unserem Blog, durch die Produktion eigener durchdachter Kleinserien, bei unseren Veranstaltungen in Kooperation mit anderen Überzeugungstätern (dazu demnächst mehr), und ganz aktuell auch in unserem Ladengeschäft – durch den Verkauf von ökologisch und fair produzierten, wunderschönen Dingen für den täglichen Gebrauch.

Bienen & Wein in inniger Eintracht

Bienen & Wein in (wein)seeliger Eintracht, Quelle: Ithaka-Journal

Besonders gefreut hat uns in diesem Kontext, dass Delinat unsere Eröffnungsfeier u.a. mit leckerem Bio-Prosecco (der im übrigen

„keinen Kopp“ macht) bereichert hat. Denn über den Versand von ökologischen Weinen hinaus forscht Delinat seit Juni diesen Jahres am klimaneutralen Weinanbau. Das Delinat Institut für Ökologie und Klimafarming, als gemeinnützige Stiftung gegründet, hat seinen Sitz mitten in den Weinbergen des Schweizer Wallis. Delinat brachte das Stiftungskapital ein und der Walliser Winzer Hans-Peter Schmidt sein Weingut Mythopia. Fünf Forscher und Winzer sind bereits angestellt, sowie mehrere Praktikanten, Diplomanden und Doktoranden. Weiterlesen

Nachhaltiges Gestalten – Druck & Papier (16)

Nachhaltiges Grafikdesign – zur Lektüre

Grafikdesign NachhaltigInzwischen gibt es einige Bücher über nachhaltiges Design, auch nachhaltiges Grafikdesign. Viele stellen interessante, teils innovative Projekte und Produkte vor, andere beschäftigen sich mit dem Designprozess, und wie dieser nachhaltiger gestaltet werden kann.

Ein Buch (nicht nur) für Grafiker, das einerseits Anwendungsbeispiele und andererseits wichtige Informationen zur nachhaltigen Produktion von Druckerzeugnissen bereit hält, ist das Buch „Grafikdesign Nachhaltig“ von Aaris Sherin, erschienen bei Stiebner. Der Umschlag verwendet das Makulaturpapier, das beim Druck anfällt und viel zur Papierverschwendung beim Offsetverfahren beiträgt, weiter – somit ist jedes Exemplar auch ein Unikat.

Gedruckt wurde es auf einem Papier von Mohawk Fine Papers, einer amerikanischen Papierfabrik, die komplett über Windenergie betrieben wird und viele Recyclingpapiere produziert. Doch im Impressum stolpert man über eine kleine Zeile auf Englisch: „Printed in China“. Ein Buch für eine deutschsprachige Leserschaft, auf einem amerikanischem Recycling-Papier in China gedruckt. Und dann nach Deutschland geschippert. Ist das nachhaltig? (Fragt sich im übrigen auch die Papierbotschaft).

Die amerikanische Originalausgabe ist bei Rockport Publishers erschienen, wo diese Entscheidung noch Sinn macht – auch wenn die Begründung, mit einer asiatischen Druckerei zusammen zu arbeiten, etwas fadenscheinig daher kommt. Aber die deutsche Übersetzung hätte durchaus neu überdacht werden können – nicht nur von der Produktion her, sondern auch von den Inhalten. Denn nicht nur die Hinweise auf amerikanische Bogenformate, die man als Grafiker komplett nutzen sollte, sind für deutsche Grafiker wenig hilfreich. Hier wäre eine lokalisierte, nicht nur übersetzte Version wünschenswert gewesen. Nichtsdestotrotz  lesenswert und ein guter Einstieg in die Komplexität des Themas.

Weitere Empfehlungen gibt es auch von Andrea Nienhaus bei Alles, was gerecht ist. Und eine ausführliche Rezension gibt´s bei der Allianz Deutscher Designer.

*NB

Nachhaltiges Gestalten – Druck und Papier (15)

Recyclingpapier ist cool!

Recyclingpapier_Steinbeis01Neulich war ich bei mir um die Ecke in einem Copyshop, der sehr viele Reproarbeiten für größere Kunden tätigt, und habe nach Recyclingpapier gefragt, da meines im Drucker zur Neige ging. Die Antwort war: „Hamwa nich.“ und „Wird nicht nachgefragt“. „Aber ich frage Sie doch danach.“ „Ja, Sie! Aber Sie sind eine von 100. Ist im Übrigen auch zu teuer.“ Daraufhin eine Kollegin: „Doch, irgendwo müsste noch eine Kiste Recyclingpapier stehen, von einem Job von vor x Jahren, warten Sie mal…“
Leider hatte ich nicht so viel Zeit, um das Ende der Suche abzuwarten, und bin frustriert nach Hause gegangen. Was soll man dazu sagen?

Während in den 80er Jahren Themen wie „Saurer Regen“ und „Waldsterben“ aktuell waren und Recyclingpapier kurzfristig salonfähig wurde (ich besitze noch einige Recylinghefte mit – ähem – wunderschönen Covern aus meiner Schulzeit), findet inzwischen das Waldsterben woanders statt, und das tut nicht so weh. Trotz des viel beschworenen „papierlosen Büros“ steigt der Papierkonsum stetig, und der Hunger nach Zellulose wird entweder durch Kahlschlag in Urwäldern oder Anbau von Monokulturen befriedigt. Weiterlesen

Nachhaltiges Gestalten – Druck und Papier (14)

FSC-zertifiziertes Papier

Für Papier gibt es inzwischen unterschiedliche FSC-Siegel: FSC 100%, FSC Mixed Sources und FSC-Recycling.  Aber was bedeuten diese Siegel eigentlich?

Das FSC-Label unterteilt sich in drei Kategorien: FSC Pure, FSC Mixed Sources und FSC Recycling.  © 1996 Forest Stewardship Council A.C.

Das FSC-Label unterteilt sich in drei Kategorien: FSC Pure, FSC Mixed Sources und FSC Recycling. © 1996 Forest Stewardship Council A.C.

Im April diesen Jahres gab es eine Veranstaltung in der Beuth-Hochschule für Technik Berlin zum Thema „Nachhaltigkeit in der Druckproduktion“. Neben Vertretern unterschiedlicher Druckereien und der Papierindustrie, von Climate Partner, Designern und der Hochschule war auch ein Vertreter eines FSC-Zertifizierers (GFA) vor Ort.

Er klärte uns im Nachgang des Vortrags darüber auf, wie die FSC-Zertifizierung bzw. Labelung von Papierprodukten eigentlich funktioniert – nämlich nach dem Input-Output-Verfahren, das man vom Strommarkt kennt:

Eine Papierfabrik kann entweder nur FSC-zertifizierten Zellstoff einkaufen. Dann können die dort erzeugten Papiere mit dem Label „FSC 100 % – from well managed forests“ versehen werden. Produkte mit diesem Label müssen aus 100% FSC-zertifizierter Primärfaser bestehen. Das zertifizierte Rohmaterial muss getrennt von nicht zertifiziertem Material gelagert werden.

Viel häufiger ist aber inzwischen das Label „FSC Mixed Sources“. Hinter der Kennzeichnung mit dem FSC Mix -Label können zwei Optionen der sog. Materialflusskontrolle stehen (s. Fachartikel zum neuen FSC-Logo): Zum einen die FSC-Mengenbilanzierung:
Kauft eine Zellstofffabrik 20% FSC-Material für eine bestimmte Produktgruppe ein, kann sie entsprechend 20% der Produktgruppe als FSC-Mixed Sources labeln, 80 % dürfen nicht gelabelt werden (Input = Output). Es besteht ein direkter Mengenbezug. Das heißt aber auch, dass der Zellstoff für das Papier, das der Kunde in den Händen hält, gar nicht unbedingt aus FSC-zertifiziertem Holz stammt – ähnlich wie beim Strom, der aus der Steckdose kommt: Auch hier erhöht sich mit jedem neuen Ökostromkunden der Anteil regenerativer Energien am erzeugten Gesamtvolumen – allerdings kommt aus der Steckdose eines Ökostromkunden nicht 100% Ökostrom*.
Voraussetzung für die FSC-Mengenbilanzierung: Erst ab einem FSC-Materialeingang von 10% in einer Produktgruppe kann überhaupt gekennzeichnet werden. Weiterlesen